Aktionsplan Biologische Vielfalt in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt will den Schutz von Tier- und Pflanzenarten und von Ökosystemen ausbauen. Ein vom Kabinett am 24. September 2013 beschlossener Aktionsplan Biologische Vielfalt benennt Maßnahmen für rund 60 Handlungsschwerpunkte.

Zu den im Aktionsplan festgeschriebenen Maßnahmen gehören unter anderem die Fortführung des Naturschutzgroßprojektes "Mittlere Elbe" zur Renaturierung eines durchgehenden Verbundes überflutbarer Auenwälder durch Deichrückverlegungen und die Förderung der Altlastensanierung in über 100 Projekten durch die Landesanstalt für Altlastenfreistellung. Wichtiger Teil sind die Aufstellung von Artenschutzprogrammen für Feldhamster, Rotmilan, Rotbauchunke, Großer Eichenbock , Goldener Scheckenfalter, Stängelloser Tragant und Wildbienen sowie die Konzeption zum Aufbau eines Brachflächenkatasters mit dem Ziel, Sparpotentiale bei der Inanspruchnahme von Fläche für Siedlungs- und Verkehrszwecke zu erschließen. Der Aktionsplan ist nach der 2010 beschlossenen Strategie des Landes Sachsen-Anhalt zur biologischen Vielfalt der zweite wichtige Schritt zum Schutz der Biodiversität. Weltweit wird ein fortschreitender Artenschwund beobachtet. Die Rate des Artensterbens liegt durch menschlichen Einfluss heute hundert- bis tausendfach so hoch wie durch natürliches Artensterben. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat eine Rote Liste der bedrohten Arten erstellt. Demnach sind rund 15.500 Arten weltweit vom Aussterben bedroht, darunter 23 Prozent aller Säugetiere und zwölf Prozent der Vögel.

In Sachsen Anhalt fallen zwölf Prozent der Säugetiere und sechs Prozent der Vögel in die Kategorie der vom Aussterben bedrohten Arten. Die Umwelt produziere nach Berechnungen einer internationalen Wissenschaftlergruppe weltweit allein in den Naturschutzgebieten für die menschliche Gesellschaft Leistungen mit einem wirtschaftlichen Wert von fünf Billionen Dollar pro Jahr. In die Summe fließe ein, welchen Beitrag die Naturschutzgebiete zur Trinkwasser- und Luftaufbereitung oder beim Schutz vor Überschwemmung oder Erosion leisteten. Voraussetzung dafür sei die Artenvielfalt.

Im Aktionsplan werden zu den einzelnen Maßnahmen Angaben zum Zeitrahmen gemacht sowie Zuständigkeiten und Partner für die Durchführung benannt. Wichtige Partner bei der Durchführung der Maßnahmen sind zum Beispiel Landnutzer, Fachverbände, Kommunen, Forschungs- und Hochschuleinrichtungen. Die Landesverwaltung informiert und unterstützt bei der Umsetzung der Maßnahmen. Dabei kommt den Förderprogrammen eine wichtige Rolle zu. Die bestehenden Förderprogramme insbesondere in den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft, Ländlicher Raum und Forst sind wesentliche Finanzierungsinstrumente und werden überwiegend aus EU-Mitteln gespeist.

Der Aktionsplan soll jeweils zu Beginn der Legislaturperioden fortgeschrieben werden.

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